Die KFZ-Haftpflichtversicherung

Die KFZ-Haftpflichtversicherung ist eine Versicherung, die im Haftpfichtfall für die Kostenübernahme eintritt. Das Bürgerliche Gesetzbuch verpflichtet in §823 BGB grundsätzlich jedermann zum Ersatz des Schadens, den er einem anderen widerrechtlich zugefügt hat.

Der Betrieb eines Kraftfahrzeuges, ganz gleich ob Auto, Motorrad, Roller oder Mopped, birgt in sich die Gefahr einen Dritten oder das Eigentum eines Dritten zu verletzen. Diese Verletzungen können können von leichten Prellungen bis zum Tod des Geschädigten führen. Die Heilungskosten können in mehrere zehn- bis hunderttauschend Euro gehen. Natürlich möchte man nicht an solche Fälle denken. Der Gesetzgeber aber tut dies, und hat daher für Halter von Kraftfahrzeugen (KFZ) die Verpflichtung einer Haftpflichtversicherung geregelt.

Aber auch wenn glücklicherweise keine Personenschäden zu verzeichnen sind, können die Kosten zur Behebung eines Unfallschadens existenzbedrohend sein. Man denke nur an einen Unfall mit einem Fahrzeug der oberen Klassen, wie Audi, BMW, Mercedes, Porsche, um nur einige wenige Hersteller zu nennen.

Grundlagenwissen KFZ Haftpflichtversicherung

In dem nachfolgenden Abschnitt haben wir einige Informationen rund um das Thema KFZ-Haftpflichtversicherung zusammengestellt. Wenn sich im Anschluss noch Fragen ergeben sollten, können Sie uns gerne auch eine eMail schreiben.

Wissenswertes zur Geschichte

Die KFZ Haftpflichtversicherung geht auf das Gesetz über die Pflichtversicherung für Kraftfahrzeughalter vom 07. November 1939 zurück. Schon damals war der Hintergrund dieser Pflichtversicherung für die Halter von Kraftfahrzeugen offensichtlich: Kfz-Unfälle im Straßenverkehr können zu Schäden führen, die in ihrer Höhe kaum zu kalkulieren sind. Während Schäden am Fahrzeug durch die optionale Kaskoversicherung abgedeckt sind, greift die KFZ Haftpflichtversicherung bei Sach-, Vermögens- und Personenschäden, die eine erhebliche Größenordnung ausmachen können. Im schlimmsten Fall können sie zum langfristigen Ausgleich von Rentenansprüchen führen, wenn ein Geschädigter nach einem Autounfall nicht mehr arbeiten kann. Solche finanziellen Forderungen treiben den Fahrzeughalter fast zwangsläufig in die Insolvenz. Die Haftpflichtversicherung stellt den Versicherten von solchen Forderungen frei. Die KFZ-Versicherungspflicht wurde ab dem Jahr 1959 zunehmend internationalisiert. Sie ist heute im Pflichtversicherungsgesetz geregelt.

Rechtliche Grundlagen

Schon mit der Einführung des Gesetzes über die Pflichtversicherung für Kraftfahrzeughalter im Jahr 1939 wurden Versicherte von dem Risiko langfristiger Zahlungen bei Schadensfällen aus Autounfällen freigestellt. Die KFZ-Haftpflicht basiert auf der Gefährdungshaftung und der Haftung bei deliktischen Handlungen. Nach der Regelung des Bürgerlichen Gesetzbuchs haftet der Verursacher eines Schadens dafür, wenn er einer anderen Person unbeabsichtigt einen Schaden an Leib und Leben oder an seinem Eigentum zufügt. Gerade ein Personenschaden kann eine immense finanzielle Dimension annehmen, die den Halter des Fahrzeugs in die Insolvenz treiben kann. Die KFZ Haftpflichtversicherung verhindert dies und stellt den Versicherten von diesem Risiko frei. Die Haftpflichtversicherung für KFZ-Besitzer ist im Pflichtversicherungsgesetz abgedeckt, das seit einer umfassenden Novellierung im Jahr 1965 auch einen direkten Anspruch des Geschädigten gegen die Versicherungsgesellschaft manifestiert.

Einstufung der Fahrzeuge in Typklassen

Jedes Kraftfahrzeug wird von der Versicherung in eine Typklasse eingestuft. Die Einstufung erfolgt anhand des Fahrzeugmodells, die Typklasse steht für die Schadenshäufigkeit und den Reparaturkosten, die ein Modell dem Versicherer verursacht. Die Typklasse wird im Herbst eines Jahres entsprechend den bis dahin geleisteten Schadenszahlungen des Versicherers neu festgelegt. In Kombination mit der Schadensfreiheitsklasse des Versicherten und der Regionalklasse ergibt sich der Versicherungsbeitrag für die KFZ Haftpflichtversicherung.

Einordnung des KFZ in Regionalklassen

Neben der Typklasse ist auch die festgestellte Regionalklasse für die Höhe des Versicherungsbeitrags von Bedeutung. Die Regionalklasse bestimmt sich nach dem Zulassungsort und nach der Schadenshäufigkeit in einem regional eingegrenzten Gebiet. So kann der gleiche Kraftfahrzeugtyp bei einer Zulassung in einem ländlichen Kreis in einer günstigeren Regionalklasse eingestuft sein als in der Stadt. Dies liegt unter anderem an Diebstahlhäufigkeiten und verursachten Schäden aus Unfällen oder Vandalismus, die in den großen Städten meist häufiger anfallen als in kleineren Gemeinden. Sie verursachen dem Versicherer bei einer Inanspruchnahme der Versicherungsleistung unterschiedlich hohe Regulierungen und beeinflussen deshalb die Versicherungsprämie der jeweiligen Regionalklasse. Aus der Kombination der Regionalklassen, der Typklasse und der Schadensfreiheitsklasse des Versicherten entsteht die Versicherungsprämie.

Gesetzlich geregelte Deckungssumme

Die Deckungssumme steht für die maximale Entschädigung, die aus der Haftpflichtversicherung geleistet wird. Zurzeit liegen die gesetzlich vorgeschriebenen Deckungssummen in Deutschland bei 7,5 Millionen Euro für Personenschäden, bei einer Million für Sachschäden und bei 50.000 Euro für Vermögensschäden. Jede KFZ-Versicherung muss mindestens die gesetzliche Deckungssumme aufweisen, allerdings bieten viele Versicherer höhere Deckungssummen an.

Andere Regelungen für das Ausland

Die KFZ Haftpflichtversicherung wurde seit dem Jahr 1959 zunehmend internationalisiert. In der Europäischen Union und in vielen anderen Ländern ist der Abschluss einer KFZ Haftpflichtversicherung Pflicht, wenn man ein Fahrzeug zulassen will. Allerdings gelten in anderen Ländern andere Deckungssummen in der KFZ-Haftpflicht, sie liegen häufig weit unter den deutschen Regelungen. Muss ein ausländischer Versicherer in Anspruch genommen werden, war dies früher nur durch die Einschaltung eines ausländischen Rechtsanwalts möglich. Heute kann ein deutscher Haftpflichtversicherer die Schadensregulierung stellvertretend übernehmen. Für Fahrten ins Ausland ist als Nachweis der gültigen Kfz-Versicherung nach Möglichkeit eine grüne Versicherungskarte mitzuführen.